

Die Pläne zum Bau des Eiderkanals, ehemals Schleswig-Holsteinischer-Canal genannt, gehen bis ins frühe 18. Jahrhundert zurück, begonnen wurde im Frühjahr 1777 mit den Bauarbeiten. Nach anderthalb Jahren waren die Grabungen zwischen der Kieler Förde und Knoop fertig, Ende 1781 erreichte man den Flemhuder See. Von dort aus Richtung Westen nutzte man den Verlauf der Eider und baute das vorhandene Flussbett entsprechend aus.
Von der Ostsee bis Rendsburg war eine durchgehende Tiefe von 11 Fuß erreicht. Der Kanal sollte in erster Linie dem Schiffsverkehr zwischen den Ostseehäfen und den englischen Industriegebieten dienen und die lange und gefährliche Fahrt um Jütland herum überflüssig machen.
Die Schiffe wurden durch ziehende Pferde fortbewegt, die auf so genannten "Treidelpfaden", welche sich zu beiden Seiten des Kanals befanden, langsam voran trabten. Bei guten Windverhältnissen konnten zusätzlich Segel gesetzt werden.
Um den Höhenrücken der Ausläufer des Ostholsteinischen Hügellandes zu überwinden, war der Bau von 6 Schleusen nötig. Und um den Verkehr auf den vom Kanal unterbrochenen Landstraßen aufrecht zu erhalten, baute man Zugbrücken über den Kanal nach dem Vorbild holländischer Klappbrücken. 1849/50 ersetzte man bei der Schleusenanlage in Kluvensiek die Holzportale durch gusseiserne Elemente aus der Carlshütte in Rendsburg. Es handelt sich dabei um Frühwerke der Eisengießkunst, sie sind im Stil der Zeit stark ornamentiert und tragen die Initialen König Friedrichs VII von Dänemark. Schließlich befand sich ein großer Teil des Kanals auf damals dänischem Gebiet.
Nach dem Bau des modernen Nord-Ostsee-Kanals, der 1895 eingeweiht wurde, geriet der Alte Eiderkanal mehr oder weniger in Vergessenheit, versandete und wurde teilweise zugeschüttet. Hervorragend erhalten dank der Pflege eines Anglervereins ist der ca. 6 km lange Kanalabschnitt im direkten Umfeld der Schleusenanlagen von Kluvensiek. Neben den Portalen der ehemaligen Zugbrücke sind das ehemalige Schleusenwärterhaus, die ehemalige Ausweichstelle und die ehemalige Pferdewechselstation beachtenswert.
An keiner anderen Stelle ist das Gesamtensemble einer Schleusenanlage am Alten Eiderkanal so vollständig erhalten wie an diesem Ort. Dies ist insgesamt das Verdienst des Canal-Vereins, in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalschutz und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die gemeinsam 1999 die Sanierung der gusseisernen Portale ermöglicht haben und auch weitere Vorhaben planen, um das "Kulturerbe von europaweiter Bedeutung" zu erhalten.